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  • Der Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Georg Sabin (links) mit Prof. Dr. med. Dirk Blondin, dem Chefarzt der Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Der Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Georg Sabin (links) mit Prof. Dr. med. Dirk Blondin, dem Chefarzt der Klinik für Radiologie, Gefäßradiologie und Nuklearmedizin, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

  • Prof. Dr. Georg Sabin mit der Leiterin des Katheterlabors, Schwester Diana, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Prof. Dr. Georg Sabin mit der Leiterin des Katheterlabors, Schwester Diana, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

  • Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

  • Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach, Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach, Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

4. Quartal 2017 | Anzeige

Der Mensch im Mittelpunkt allen Bemühens

Neuer Kardiologe am Elisabeth-Krankenhaus Rheydt setzt auf Empathie und Technik

Die Stimme von Prof. Dr. Georg Sabin, seit Juni Chefarzt der Kardiologie an den Städtischen Kliniken, ist leise und dennoch eindringlich. Er macht nicht viel Aufhebens um seine Person. Dabei hätte der Mediziner allen Grund dazu. 1947 in Bratislava geboren, flieht er 1968 wegen der politischen Verhältnisse aus der damaligen Tschechoslowakei. Mit 16 Jahren macht er ein Praktikum in der Psychiatrie, studiert eine Zeit lang Dramaturgie und Schauspiel, bis ihn die Familiendisziplin dann doch zur Medizin treibt. Er hat in den verschiedenen Fachabteilungen gewirkt, „nach Jahren in der Diabetesforschung bin ich dann von einem Tag auf den anderen in der Kardiologie gelandet.“ Prof. Sabin ist Arzt in der 7. Generation.

„Mich treibt die Neugier an und die Beziehung zu den Menschen“, beschreibt Prof. Sabin die beiden wichtigsten Motoren seiner Arbeit: „Ich war immer schon Kliniker.“

Es ist nicht die ungewöhnliche Biographie des langjährigen Tennis-, Handball-, und auch Eishockeyspielers auf Nationalmannschaftniveau, die ihn zu einem Ausnahmemediziner macht. Vor allem die klinischen und wissenschaftlichen Erfolge des 69-Jährigen machen seinen Ruf aus, der ihm zudem quasi nebenbei einen Dauerplatz in der Ärzteliste des Nachrichtenmagazins FOCUS beschert. Sabin hat als einer der ersten Kardiologen den Magnetresonanztomographen MRT in der Kardiologie eingesetzt: „Weil damit die entzündlichen Veränderungen des Herzens gut darstellbar sind.“ Weitere Beispiele und Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Entwicklung eines eigenen Herzkatheters, die Telemedizin, deren Entwicklung ohne ihn kaum denkbar ist, die Frauenmedizin und die Elektrophysiologie.

Bei all seiner Technikaffinität geht es ihm aber vor allem um Empathie, also um die Hinwendung zum Patienten. Die technischen Möglichkeiten seien demnach kein Selbstzweck, sondern dienten allein den Fragen: Was ist wie für den einzelnen Patienten sinnvoll und nutzbar einsetzbar? Was sagen die erhobenen Daten über den Menschen aus, der sich in ärztliche Obhut begibt?

Mich treibt die Neugier an, und die Beziehung zu den Menschen... Prof. Dr. Georg Sabin, Chefarzt der Kardiologie

Die Empathiefähigkeit von Ärzten ist für ihn von derart hoher Bedeutung, dass er bereits in seiner Zeit als renommierter Kardiologe am Elisabeth-Krankenhaus in Essen eigens den Georg-Sabin-Preis geschaffen hat, der die Berücksichtigung der individuellen Nöte, Sorgen, Ängste und Erwartungen jedes Einzelnen würdigt. Er wird die Zweitmeinungsbildung als ein weiteres Qualitätsmerkmal in Mönchengladbach fortführen. Prof. Sabin ist bereits auf diesem Gebiet seit 12 Jahren tätig.

Die Kardiologie am Eli ist in seiner langen Laufbahn als Mediziner die 5. Kardiologie. Bei seinem Arbeitsantritt habe er hervorragende Bedingungen vorgefunden, sei es nun die Intensivmedizin, oder die Elektrophysiologie. Prof. Sabin schätzt, „die vor drei Jahren eingerichteten hochmodernen Herzkathetermessplätze.“ Er ist zudem besonders froh, dass er am Eli mit Prof. Dr. Dirk Blondin einen Radiologen als Kollege und Partner hat, der ebenso innovativ und vorausschauend denkt wie er. Eines ihrer gemeinsamen Ziele ist es, durch den Einsatz von CT und MRT als nichtinvasive Diagnostik, soweit möglich, eine Alternative zum Herzkatheter anbieten zu können.

Prof. Sabin ist derzeit damit beschäftigt die im Eli vorgefundenen Strukturen zu verfeinern, um- und weiter auszubauen. Das wird am Beispiel der „Herzpfleger und Herzschwestern“, die Patienten mit chronischen Herzerkrankungen betreuen, deutlich: „Bei uns gibt es bereits zwei Schwestern mit dieser zusätzlichen Qualifikation, weitere werden folgen. Die Ausbildung ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie anerkannt.“ Er ist davon überzeugt, dass langfristig ein neues Berufsbild entsteht. Ohnehin sei die Kardiologie einem steten Wandel unterlegen, sie erfinde sich sozusagen „alle fünf Jahre neu.“ Zufrieden stellt er fest, dass er bisher u.a. „für derzeit 61 Promotionen als Doktorvater verantwortlich“ ist.

An der stetigen Entwicklung der Kardiologie in Deutschland ist Prof. Dr. Georg Sabin also nicht unerheblich beteiligt. Er arbeitet auf nationaler Ebene in verschiedenen Gremien, dabei vor allem in der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, „u.a. was die Qualitätssicherung aber auch was künftige Strategien betrifft.“

Dementsprechend werden an den Städtischen Kliniken die Digitalisierung und die Telemedizin vorangetrieben. Damit will er die lückenlose Versorgung der Herzpatienten sicherstellen. Dass das selbst über weite Strecken funktioniert, zeigt an diesem Morgen ein Beispiel aus Moskau. Dort lebt eine Patientin, die Prof. Sabin aus dem Eli heraus überwachen kann. Er öffnet eine Schublade an seinem Schreibtisch und hält einen schmalen Streifen hoch: „Der Dame wurde ein solcher Chip eingepflanzt, der auf Veränderungen am Herzen anspricht und mich informiert.“ Je nach Notlage könne dann sofort vor Ort Hilfe kommen. Es gebe in der Telemedizin auch die Möglichkeit, dass Patienten im Bedarfsfall über eine Kamera direkt mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen.

Prof. Dr. Georg Sabin war vor seinem Wechsel ans Elisabeth-Krankenhaus Rheydt Ärztlicher Direktor des Herzparks in Hardt (ehemals Hardterwald Klinik). Er bleibt der Einrichtung durch seine Tätigkeit im Wissenschaftlichen Beirat und im Verwaltungsrat eng verbunden. Das schaffe eine für die Patienten sehr komfortable Situation, so der Geschäftsführer der Städtischen Kliniken, Horst Imdahl: „Mit der von Eli und Herzpark modellhaft koordinierten Versorgung der kardiologischen Patienten, verbunden mit der klinischen und wissenschaftlichen Kompetenz von Prof. Sabin, besteht die große Chance, für die Patienten ein effizientes, wohnortnahes und damit patientenfreundliches Entlassmanagement einzurichten, das den derzeitigen gesundheitspolitischen Anforderungen genügt.“ Die Familientradition im Hause Sabin wird übrigens fortgesetzt. Der Vater von drei Kindern schmunzelt: „Meine jüngste Tochter hatte in Rotterdam mit einem Studium der Wirtschaftswissenschaft begonnen und wird nun das Medizinstudium im Oktober aufnehmen, um Ärztin zu werden. Dann sind wir 3 Mediziner in der Familie, da meine Frau auch Ärztin für Neurologie ist.“

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